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Kitkat vs Greenpeace

Ein weiteres Beispiel zur Nutzung von Social Media. Greenpeace hat im März 2010 folgende Videos online gestellt (z.B. auch bei youtube), um darauf hinzuweisen, dass KitKat (Nestlé) nicht nachhaltig gewonnenes Palmöl enthält und zur Zerstörung des Regenwaldes beiträgt:

Nestlé reagierte zunächst mit Zensur und ließ das Video (wegen Urheberrechtsverletzung) bei youtube löschen. Nestlé erreichte mit dieser Vorgehensweise genau zwei (durchaus vorhersehbare) Dinge: zum einen wurden die Videos an verschiedensten Stellen im Netz von unterschiedlichen Usern wieder hochgeladen und zum anderen, dass jetzt erst Recht die Netzwelt aufmerksam auf die Videos und die Aktion wurde. Eine der Konsequenzen: Die KitKat facebook-Seite wurde „gekappert“. Hier fanden sich plötzlich die „Gegner“ ein und diskutierten fröhlich auf der Produktseite negativ über das Produkt, die Verwendung von Palmöl, luden Bilder und Videos hoch. So massiv und zahlreich, dass Nestlé die Seite schließlich löschte. Die PR Abteilung von Nestlé hatte das Gegenteil vom Gewollten erreicht. Der sogenannte „Streisand-Effekt“ hatte eingesetzt.
Mittlerweile verwendet Nestlé kein Palmöl mehr, für dessen Herstellung Regenwald gerodet wird (was übrigens für deutsche Produkte von Nestlé wohl auch nicht der Fall war).

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Nestlé hätte lernen können aus den Erfahrungen die der Konzern Unilever im April 2008 gemacht hat. Auch hier hatte Greenpeace ein Video verbreitet, um auf die Verwendung von Palmöl in einem Unilever Produkt (Dove) hinzuweisen und die Auswirkungen drastisch dargestellt. Unilever setzte sich mit Greenpeace zusammen und verwendete kurze Zeit später kein entsprechendes Palmöl mehr.

Hier noch das „Dove-Video“: