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Die Neue: Olympus PEN E-P5

Olympus PEN E-P5

Endlich angekommen – aber von Anfang an.

Die erste Beziehung:
Letztes Jahr im April habe ich beschlossen wieder mit der Fotografie anzufangen. Die erste Frage, klar, welche Kamera darf es denn sein? Vollformat, APS-C, Systemkamera, Spiegelreflex, Canon, Nikon, Fuji, Olympus…? Fragen über Fragen und keine Antworten. Ich wusste relativ genau, was und wie ich fotografieren wollte, aber welche Ausstattung mir das ermöglicht: keine Ahnung. Also rein in die Läden, Blogs lesen, Fachmagazine kaufen. Wie der Nerd / Geek das so macht. Nach langen Abenden und Nächten kristallisierte sich langsam heraus, dass die Nikon 7100 das Rennen macht. Spiegelreflex, APS-C Sensor, State of the Art im Prosumer-Bereich. Eine wirklich schöne und sehr gute Kamera. Dazu noch ein paar Objektive und Zubehör angeschafft (das liest sich jetzt hier so einfach, als ob das nicht auch wieder Nächte gekostet hätte ;-) ) und los. Okay, erst noch ein Buch bestellt, es gelesen und dann los. Moment noch. Passenden Rucksack für die Ausrüstung besorgt – jetzt aber wirklich los. Mein Gott, habe ich mich schwer getan. Irgendwie wurde ich nicht richtig warm mit der Kamera. Next Stop – Spanien, Alhambra. Toller Ort. Tolle Fotos. Toll geschwitzt. Klar, Kamerabody, vier Objektive, Ersatzakku – das hat sein Gewicht. Ein Foto mal eben? Nicht wirklich. Unauffällig ein Schnappschuss? Vergiss es! Kurz über die Schulter hängen und raus? Puh. Ich habe sie nicht gerne angefasst und mitgenommen habe ich sie auch nur widerwillig. Für mein Empfinden ist sie zu schwer, zu sperrig und zu auffällig. Ergebnis: keine Fotos.

Einsicht und Trennung:
Im Dezember wuchs dann die Einsicht, dass die Nikon 7100 einfach nicht die Richtige ist. Wieder alles auf Anfang? Nein, bitte nicht. Gott sei Dank wusste ich jetzt genauer, was ich wollte und was nicht. Jetzt waren mehr Informationen da. Ich möchte eine Kamera, die ich immer dabei haben kann, die entsprechend klein und leicht ist und die Menschen nicht erschreckt. Gleichzeitig soll sie aber einen professionellen Anspruch haben. Ein weiterer wichtiger Gedanke reifte und gab letztlich den entscheidenden Ausschlag: Ich fotografiere jeden Tag. Mit der Kamera, die ich immer dabei habe. Der Smartphone-Kamera. Und genau so möchte ich fotografieren. Über einen Screen. Via Touch auslösen. Keinen Sucher, keine Kamera vors Auge! Unauffällig!

Die Neue:
Welche Kamera passt zu diesen Anforderungen? Ich traf Robert, meinen lieblings Fotoverkaufsberater und er stellte mir die Olympus Pen E-P5 vor. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das Design gefiel mir auf Anhieb. Eleganz und Funktionalität schienen perfekt vereint. Und dann nahm ich sie das erste Mal in die Hand. Was soll ich sagen, sie hielt die Versprechungen des ersten Blickes!
Sie hat für mich die perfekte Größe, ein angenehmes Gewicht und die Knöpfe zum Einstellen sind dort, wo sie sein sollen. Der Touchscreen (nach oben und unten klappbar) ist ein Traum. Knackscharf! Über einen Fingertipp kann ich fokussieren und auslösen. Das funktioniert so schnell, wie ich es noch bei keiner anderen Kamera erlebt habe.  Und ich hatte sie alle in der Hand (Sony, Fuji, die kleinen Nikon…). Die Einstellräder sind gut erreichbar und die Bedienung intuitiv. Ich beschloss: mit ihr würde ich den zweiten Anlauf wagen.

Erste Verliebtheit:
Ich habe es nicht bereut. Wir sind jetzt seit März zusammen und tatsächlich habe ich sie stets dabei. Ich schaue sie immer noch gerne an und mag es, sie in die Hand zu nehmen. Sie löst Reaktionen aus. Ohne Übertreibung, ich bin bestimmt weit über zwanzig mal auf die Kamera angesprochen worden. Sei es, weil man sie schön fand oder schon etwas über sie wusste und sie einmal ausprobieren wollte. Auch eher schüchterne Menschen fühlen sich von ihr nicht bedroht und lassen sich gerne fotografieren. Eine kleine Auswahl der bisher entstandenen Fotos:


(Hier geht es zu allen Schnappschüssen>> | oder in Originalgröße auf Flickr)

Alles, was ich bei der Nikon 7100 zu schätzen gelernt habe, finde bei der Olympus Pen E-P5 wieder. Ich fotografiere meistens im Modus A (Blendenautomatik). Das Spiel mit der Schärfe macht mir unglaublichen Spaß und es ist sehr einfach. Gute (bezahlbare!) Objektive tun das ihre dazu (mehr weiter unten). Das Schöne: ich sehe das Ergebnis live auf dem Screen, z.B. bei einer Belichtungskorrektur oder auch bei einer Langzeitbelichtung. Für mich einer der größten Vorteile der PEN E-P5: der 5 Achsen Bildstabilisator. Wow! Lange Belichtungszeiten aus der Hand sind kein Problem. Mit dem 45mm 1:1,8 Objektiv (entspricht 90mm bei Vollformat) 1/20 Sekunde verwacklungsfrei ohne Stativ – kein Problem. Ein echtes Nachtsichtgerät. Großer Vorteil bei Veranstaltungen, denn man muss die Menschen nicht mit einem Blitz erschrecken.

Beziehungsalltag:
Sie ist einfach, unkompliziert, sehr leise und bietet dabei alle Möglichkeiten einer „Großen“. Bei der Nikon hatte ich immer den Anspruch, dass das Beste gerade gut genug ist. Natürlich nur RAW. Bei der Olympus habe ich deshalb meinen Workflow überdacht. Muss es wirklich immer RAW sein? Bearbeite ich wirklich alle Bilder einzeln und von Hand nach? Nein. So unkompliziert wie die Kamera wollte ich nun auch den Weg bis zum fertigen Bild gestalten. Erster Beschluss: Nur noch JPEG! Die Farben der Olympus im JPEG-Modus überzeugten mich. Bei Ken Rockwell habe ich von der App „Perfectly Clear“ gelesen und sie direkt auf dem iPad installiert. Großartig. 80-90 % der Bilder sind danach für mich perfekt und bereit für das Blog, Flickr oder einen Ausdruck. Aufgrund der positiven Erfahrung mit dieser App habe ich mir dann auch das entsprechende PlugIn in der freien 30 Tage Testversion für Lightroom installiert. Auch hier: Super Ergebnisse!

Ein weiteres Highlight: WLAN. Die Olympus kann ein WiFi aufmachen und zeigt dann auf dem Touchscreen einen QR Code an. Schnell abgescannt mit der in den Stores erhältlichen App (iOS | Android) von Olympus und fertig. Die Fernsteuerung funktioniert großartig und auch das Übertragen der Bilder auf ein iPhone oder iPad geht zügig vonstatten. Zum Bloggen einfach klasse. Fotos machen, schnell auf das iPad übertragen, mit Perfectly Clear kurz „entwickeln“ und hochladen. Fertig. So muss das!

Das Drumherum:
Die Kamera habe ich als Set gekauft, d.h. den Body, mit dem Olympus 17mm 1:1,8 M.Zuiko Objektiv und dem VF4. Der VF4 ist ein elektronischer Sucher zum Aufstecken. Funktioniert klasse, kam aber bis heute noch nicht zum Einsatz. Das Display hat bisher, auch bei Sonnenschein, immer ausgereicht. Mal sehen wie das im Sommer wird. Ich werde berichten. Das 17mm kann ich jedem empfehlen, der Streetfotography liebt. Ich ziehe oft nur mit diesem Objektiv los und es macht riesig Spaß. Das Set liegt preislich bei ca. 1.300 Euro.
Zusätzlich habe ich mir noch das Olympus 45mm 1:1,8 M.Zuiko Objektiv zugelegt. Für Porträts ein Traum und es hat auch ein traumhaftes Bokeh. Der Preis liegt zwischen 250 und 300 Euro (wenn ich da an den Preis und das Gewicht meiner vergleichbaren Nikon Objektive denke…). Zu guter Letzt habe ich noch das Olympus 40-150mm 1:4.0-5.6 M.Zuiko angeschafft. Das war so ein spontaner Kauf. Im Angebot für 129 Euro mit einer kleinen Tasche von Olympus. Es passt optisch nicht wirklich zur PEN E-P5 und ist ein richtiger Plastikbomber. Dafür ist es leicht und macht erstaunlich gute Fotos.

Fazit:
Ich kann die Kamera jedem wärmstens ans Herz legen, der ähnliche Ansprüche hat wie ich. Das Schöne ist, ich mache jetzt Bilder und sie liegen nicht ewig lange auf einer Festplatte herum, sondern werden benutzt. Ich habe soviel (ganz lieben Dank an dieser Stelle an alle!) positives Feedback bekommen à la „Danke für die schönen Fotos“, bis hin zu Anfragen von Zeitschriften und Blogs, ob sie Fotos verwenden dürfen. Mittlerweile habe ich vier Menschen angesteckt, die sich auch eine Olympus gekauft haben. Zwei weitere stehen kurz davor. Das macht natürlich auch Spaß und für den mache ich das Ganze schließlich.

Artikelfoto & Testen:
Das Foto über dem Artikel zeigt meine Olympus E-P5 mit dem 75mm 1:1.8 M.Zuiko Objektiv. Das habe ich über das Olympus Test & Wow Programm über ein Wochenende ausgeliehen. Ein großartiges Objektiv. Steht neben anderen Objektiven ganz oben auf dem Zettel. Das Programm kann ich jedem empfehlen, es funktioniert einfach, unkompliziert und verpflichtet zu nichts. Das Schöne, man kann auch ein ganzes Set ausprobieren.

Fotoblogs, die ich gerne lese:
Patrick Ludolph
Gunther Wegner
Ken Rockwell

5 Kommentare

  1. Nachdem ich mir das Schmuckstück in den letzten Wochen schon bei Dir anschauen konnte stehe ich jetzt tatsächlich kurz davor, mir eine zu kaufen… klingt alles ganz gut, was Du da schreibst…

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  2. Pingback: brew0156 | dailycoffeebreak.de

  3. Genau so eine Kamera suche ich auch :-)! Schön, anschaulich beschrieben, finde mich wieder. Fotos sprechen für sich. Werde mir Deine neue Liebe mal präsentieren lassen und dann – kaufen.

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  4. Ich kann dem voll und ganz zustimmen. Hatte auch eine D7100, ja, nicht schlecht, aber schwer und groß. Eine Last, wenn es nicht zu einem expliziten Fotoshooting ging. Jetzt bin ich Opa, möchte die Enkelin fotografisch begleiten und nicht die große Tasche mit der Spiegelreflex mitschleppen. Die Pen E-P5 kann alles, was die D7100 konnte. Ich vermisse nichts. Und sie ist immer dabei. Die Qualität der Bilder ist nicht schlechter als bei der Nikon

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